
Sommer – Was die Natur uns schenkt
Es gibt Momente, in denen ich mich einfach treiben lasse, ohne Einkaufsliste und ohne Eile.
So ging es mir auch vor ein paar Tagen, als ich über den Wochenmarkt schlenderte.
Die Marktstände leuchteten in allen Farben des Sommers. Tiefrote Tomaten, dunkelviolette Auberginen, glänzende Zucchini, frische Kräuter und sonnengelbe Paprika – ein kleines Fest für die Sinne. Mir wurde wieder bewusst, wie reich uns die Natur gerade beschenkt.
Zu kaum einer anderen Jahreszeit können wir aus einer solchen Fülle schöpfen wie jetzt.
Licht und Wärme, das große Yang der vergangenen Monate, haben ihre Arbeit getan. Aus kleinen Samen sind kräftige Pflanzen geworden, aus Blüten reife Früchte. Die Natur schenkt uns genau das, was unser Körper jetzt braucht.
Und gleichzeitig fordert uns der Sommer auch heraus. Sonne, Hitze und lange Tage kosten Kraft. Viele Menschen greifen jetzt intuitiv zu kalten Getränken, Eis oder großen Mengen Rohkost, weil sie sich davon Erfrischung versprechen. Doch aus Sicht der traditionellen Ernährungslehren ist das nicht immer der beste Weg.
Vielleicht kennst du das Gefühl: Du hast einen riesigen Salat gegessen und fühlst dich anschließend trotzdem müde oder aufgebläht. Unser Verdauungssystem muss rohe Lebensmittel erst auf Körpertemperatur bringen und ihre Struktur aufschließen. Gerade an heißen Tagen kann das zusätzliche Energie kosten. Deshalb empfehle ich häufig einen anderen Weg.
Sanft gedünstetes Gemüse ist leicht verdaulich, versorgt den Körper mit wertvollen Nährstoffen und unterstützt die Verdauung, ohne sie unnötig zu belasten. Wer dennoch Rohkost genießen möchte, fährt mit Blattsalaten oft besonders gut.
Denn ein Satz begleitet mich schon seit vielen Jahren:
„Wir leben nicht von dem, was wir essen, sondern von dem, was wir verdauen.“
Und genau deshalb möchte ich heute eines meiner liebsten Sommergerichte mit dir teilen.
Das Rezept stammt ursprünglich von einer Freundin mit griechischen Wurzeln. Seit sie es mir vor vielen Jahren gezeigt hat, gehört es jedes Jahr aufs Neue zu meiner Sommerküche.
Du brauchst:
* Zucchini
* Auberginen
* Tomaten
* Paprika
* frische Frühlingszwiebeln
* Kartoffeln
* Petersilie
* einige Knoblauchzehen
Nach Lust und Saison kannst du das Gemüse mit Karotten, Fenchel oder Pilzen ergänzen.
Schneide alles in mundgerechte Stücke, hacke Petersilie und Knoblauch grob und vermische alles großzügig mit hochwertigem Olivenöl, Meersalz und etwas Pfeffer.
Anschließend gibst du das Gemüse in eine feuerfeste Form mit Deckel – oder deckst ein Backblech gut ab – und lässt es bei etwa 160 °C rund 90 Minuten langsam garen.
Währenddessen passiert etwas Wunderschönes. Die Aromen verbinden sich, das Gemüse entwickelt eine natürliche Süße und der Duft erfüllt nach und nach die ganze Küche.
Für mich ist das jedes Mal ein kleines Stück Sommer.
Besonders gerne serviere ich das Gemüse lauwarm, ergänzt mit einigen Oliven und etwas Feta aus Schaf- oder Ziegenmilch. Auch frische Kräuter wie Oregano, Basilikum, Thymian, Salbei oder Estragon passen wunderbar dazu und unterstützen ebenfalls die Verdauung.
Vielleicht ist genau das eines der schönsten Geschenke dieser Jahreszeit, keine komplizierten Ernährungskonzepte, nicht Verzicht, sondern die Rückkehr zu einfachen, natürlichen Lebensmitteln, die mit Liebe zubereitet werden.
Wenn du das Rezept ausprobierst, freue ich mich sehr, wenn du mir erzählst, wie es dir geschmeckt hat.
Und vielleicht nimmst du dir bei deinem nächsten Marktbesuch einfach ein wenig Zeit. Schlendere ohne Ziel zwischen den Ständen hindurch, lass Farben, Düfte und Formen auf dich wirken und entdecke, was die Natur dir gerade schenken möchte. Denn manchmal beginnt Gesundheit ganz unspektakulär, mit einem Korb voller Sommergemüse.